Screaming Frog SEO Spider: Mit dem Frosch auf Tauchstation gehen

Screaming Frog SEO Spider

Der Screaming Frog SEO Spider ist ein Desktop-Programm, das man sich von der Website http://www.screamingfrog.co.uk/seo-spider/ herunterlädt und auf seinem Rechner installiert. Der „schreiende Frosch“ durchläuft wie das Alternativ-Werkzeug Xenu, das wir in der vergangenen Woche vorgestellt haben, von einem Startpunkt aus eine Website und listet alle gefundenen Links, Bilder, CSS-Dateien, Skripte und Apps inkl. der dazugehörigen SEO-relevanten Daten übersichtlich auf. Das Crawling-Tool wurde von britischen Suchmaschinen-Experten speziell für die Bedürfnisse von SEOs entwickelt.

Vorstellung der wichtigsten Funktionen

Screaming Frog unterstützt den SEO-Experten mit wahren Datenkolonnen im Rahmen der Onsite-Analyse eines Webauftritts. Im Folgenden findet sich daher lediglich ein kurzer Überblick über die wichtigsten Funktionen des Tools.

Nach Eingabe eines Startpunktes in das Feld „Enter URL to spider“, von wo aus der Crawler seine Erkundungsreise durch die Website beginnt, listet er peu à peu alle gefundenen URLs auf, die durch das Spidern der Site erreicht werden. Aber Achtung: Das Tool crawlt nur die eingegebene Subdomain, andere Subdomains die bei dem Crawl-Vorgang gefunden werden, werden in der Standardeinstellung als externe Links betrachtet. Außerdem ist es möglich, nur einzelne Verzeichnisse zu crawlen, was z. B. bei umfangreichen Webshops Sinn macht (Beispiel: www.shop.de/schuhe/). Bei einem Komplett-Crawl verliert man leicht den Überblick bzw. der Frosch bleibt irgendwann einmal in den Untiefen der Seite stecken.

Startbildschirm Screaming Frog

Ebenso wie Xenu bestimmt Screaming Frog den Crawl-Level, interne und ausgehende Links, Meta-Title und Meta-Description jeder gespiderten URL. Zusätzlich liefert eine Analyse des Tools folgende Informationen:

  • HTTP-Statuscode
  • Länge des Title-Tags
  • Länge Meta-Description
  • H1, H2-Tags und Länge
  • Canonical-Tags

Filter erlauben es schließlich, die Ergebnismenge weiter einzuschränken, z. B. nach Dateitypen (HTML, CSS, Javascript, PDF etc.), Status-Codes usw. Alle aufgeführten URLs können im CSV-Format exportiert (über den Punkt „Export“) und bequem in Excel weiter analysiert werden. Klickt man auf eine beliebige URL, bekommt man im unteren Fenster (siehe Screenshot) mehr Informationen zu dieser speziellen Seite angezeigt.

Crawl Screaming Frog

Folgende Anwendungsmöglichkeiten bietet der Screaming Frog SEO Spider:

– 404-Fehlerseiten aufspüren
Eine Website ist ein lebendiges Gebilde: Alte Seiten verschwinden, neue Seiten erblicken das Licht der Welt. Doch leider wird das „Löschen“ von Seiten in CM-Systemen häufig falsch gemacht. Interne Verlinkungen werden nicht angepasst, so dass Links ins Leere zeigen. Lassen Sie Ihre Website vom Screaming Frog komplett spidern und filtern Sie im Anschluss an den Crawl-Vorgang alle Seiten mit 404-Statuscode heraus. Diese sind dann per 301 auf die Nachfolge-Seiten oder die nächsthöhere Kategorie weiterzuleiten.

– Bilder ohne alt-Attribut
Über den Tab „Images“ kommt man zur Auflistung aller Bilder einer Site. Über einen Filter lassen sich hier ganz einfach die Bilder ermitteln, die über kein alt-Attribut verfügen oder die besonders groß sind (weil sie zum Beispiel nicht für Webseiten optimiert wurden). Da die Suchmaschinen (noch) keine Bilder „lesen“ können, ist die Benutzung des alt-Attributs weiterhin ein Muss, um in der Google-Bildersuche überhaupt eine Chance zu haben.

Fehlendes alt-Attribut bei Bildern

– Eingerichtete Weiterleitungen nach Relaunch überprüfen
Bei einem Relaunch passiert es oft, dass nicht alle alten Seiten per 301 weitergeleitet oder per 404 zumindest einen Fehler ausgeben und damit früher oder später aus dem Index verschwinden. Über „Mode“ kann der Modus „Liste“ aktiviert werden und eine CSV-Datei (bzw. auch eine .txt- oder xml-Datei) mit den alten URLs, die vor dem Einrichten der Weiterleitungen gezogen wurden, hochgeladen und analysiert werden.

– XML-Sitemaps auf Fehler checken
XML-Sitemaps mit fehlerhaften URLs stellen ein echtes Problem dar, denn Google nutzt diese, um eine Website zu erfassen. Bing erlaubt laut eigener Aussage nur einen Anteil von 1 % an „Schmutz“ in der Sitemap, worunter die Microsoft-Suchmaschine 404-Fehler und 301-Redirects versteht. Um eine XML-Sitemap auf Fehler zu prüfen, müssen die URLs in eine Textdatei transformiert und anschließend wie oben erklärt durch den Spider gejagt werden.

Wer kennt weitere nützliche Anwendungsfälle aus der Praxis, die mit dem Screaming Frog SEO Spider möglich sind? Hinterlasst uns einfach einen Kommentar.

Was uns gefallen hat?

– Leicht und intuitiv nutzbar
– Von SEOs für SEOs entwickelt
– Kostenloses Crawlen von bis zu 500 URLs (für kleine Webprojekte ideal)
– Auch Mac-Version erhältlich (im Gegensatz zu Xenu)

Was uns nicht gefallen hat?

– 99 Pfund/Jahr für die Vollversion (Xenu als kostenlose Alternative)
– Kein Abspeichern im CSV-Format

Screaming Frog – Kosten

Das Tool ist auf der Seite http://www.screamingfrog.co.uk/seo-spider/ kostenlos downloadbar und als Website-Betreiber kann man sofort mit dem Crawlen der eigenen Website beginnen. Doch in der
Gratis-Variante spidert der Screaming Frog SEO Spider maximal 500 URLs – zu Testzwecken ideal und für Betreiber kleiner Seiten völlig ausreichend. Bei Websites und Shops mit mehreren tausend Seiten kommt man um den Erwerb einer kostenpflichtigen Lizenz allerdings nicht herum (99 Pfund/Jahr Vollversion). Zudem genießt man hier auch noch erweiterte Konfigurationsmöglichkeiten für den Spider und man kann Crawl-Vorgänge abspeichern und wieder hochladen.

Fazit

Bei der professionellen OnPage-Analyse mittelgroßer und großer Unternehmensseiten/Shops kommt man um den Screaming Frog SEO Spider nicht herum. Im Gegensatz zum alternativen Xenu-Tool ist dessen Funktionalität speziell auf die Bedürfnisse von SEOs zugeschnitten, auch die Benutzerführung ist einfach und intuitiv – und somit für SEO-Newbies bestens geeignet. Und selbst mit der kostenlosen Version lässt sich eine kleine Webpräsenz schon perfekt onpage-technisch auf Herz und Nieren prüfen.

Bild©: – Bastelfuchs456 – Flickr.com