Kontext-Klicks: Google will Suchergebnisse weiter verbessern

Google will die SERPs für Suchende weiter verbessernGoogles Streben nach dem für den Suchenden besten Suchergebnis geht munter weiter. Bereits heute variieren die SERPs bei Google für ein und denselben Suchbegriff – abhängig vom Standort des Suchenden und seiner Search-History. Erst vor kurzem hat Google nun ein Patent auf ein Verfahren angemeldet, welches die Rankings im Laufe einer Such-Session automatisch an die zuvor gemachten Klicks anpassen soll.

Bei diesem „Contextual Click Model“ gilt es zwei Situationen zu unterscheiden:

  • Ein Suchender gibt in den Suchschlitz bei Google beispielsweise den Begriff „Golf“ ein. Da Golf ein Homonym ist, also ein Wort mit mehreren Bedeutungen, spuckt Google hier verschiedene Ergebnisse aus, die zum einen die Automarke und zum anderen die Sportart betreffen. Klickt der Suchende nun auf das Golfportal-Resultat und gibt sich so in diesem Moment als Sport-Interessierter zu erkennen, erhält er während dieser einen Such-Session bei weiteren Anfragen auch fast ausschließlich Sport-Ergebnisse zu Gesicht, während die Auto-Ergebnisse hintenanstehen müssen. Natürlich determinieren die Context-Klicks den „Kontext“ der Suche nur für eine gewisse Zeit. Denn es ist nicht auszuschließen, dass der Nutzer am nächsten Tag an Autos des Wolfsburger Fabrikanten interessiert ist.
  • Eine Suche nach „iPhone“ kann entweder einen kommerziellen Hintergrund haben (man möchte sich ein neues Handy zulegen) oder aber man hat lediglich ein informationsorientiertes Interesse und will online Informationen über das neueste Apple-Handy einholen. Hier gilt: Klickt der Suchende zuerst auf einen Online-Shop und zeigt somit eine Kauf-Intention, sind in der Folge auch nahezu ausschließlich kommerzielle Sites als Ergebnisse in den SERPs zu erwarten und zum Beispiel keine Wikipedia-Einträge oder News-Seiten mehr. Je nach den Vorgänger-Klicks kann ein Shop bei der einen Suche also ganz oben stehen, bei der anderen nur auf Platz 9.

Google bastelt also munter weiter an seinem Such-Algorithmus, um dem selbsterklärten Ziel, dem Suchenden das bestmögliche Suchergebnis zu präsentieren, wieder ein Stückchen näher zu kommen. Noch ist das alles Zukunftsmusik, doch es zeigt, dass „Rankings“ als objektiv messbares Optimierungsziel bald nicht mehr viel taugen dürften. Denn dank Lokalisierung, Suchhistorie und Kontext-Klicks sind wir nicht mehr allzu weit entfernt von komplett maßgeschneiderten SERPs.

Um also den Erfolg von SEO- und SEM-Maßnahmen künftig beurteilen zu können, müssen andere Leistungsdaten in den Vordergrund rücken. Je nach Typ der Website können das sein: Anzahl Besuche, Conversions, Verweildauer, Absprungrate etc. Außerdem stellt sich bei der kontextbasierten Suche noch die Frage, wie lange eine „Such-Session“ definiert ist. Denn der Kontext einer Suche kann sich ja auch schnell ändern.

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