Google und Advertorials: Werbung ja, Schleichwerbung nein!

Vorsicht bei der Nutzung von Advertorials zur Verbesserung des eigenen Suchmaschinen-Rankings! Diese sind zwar nicht ausdrücklich verboten, Matt Cutts von Google hat in einem aktuellen Video allerdings noch einmal ausdrücklich auf ein paar Dinge hingewiesen, die bei der Nutzung dieser Werbeform beachtet werden müssen.

Erstens dürfen Links in bezahlten Artikeln keinen PageRank vererben. Konkret bedeutet das, dass entsprechende Links mit dem Attribut „nofollow“ versehen werden müssen. Und zweitens muss für den Leser klar erkennbar sein, dass für einen Artikel Geld geflossen ist (z. B. „Sponsored Post“ oder „Werbung“). Der Hinweis auf die werbliche Form des Beitrags darf zudem nicht „versteckt“ werden, zum Beispiel durch Verwendung einer kleineren Schrift. Die gleichen Regeln gelten laut Cutts auch für Google News. Eine Abstrafung in Form von Rankingverlusten drohen dabei nicht nur demjenigen, der das Advertorial in Auftrag gegeben hat, sondern auch der Seite, die den werbenden Beitrag in ihrer Publikation veröffentlicht.

Einen besonders aufsehenerregenden Fall gab es kürzlich beim britischen Blumenversandhändler Interflora zu beobachten, der gegen obige Regeln verstoßen hatte. Eine Zeit lang tauchte der Online-Shop nicht mal mehr für den eigenen Brand auf Seite eins von Google auf. Auch die Zeitungen, die die Advertorials auf ihren Seiten platziert hatten, kamen nicht ungeschoren davon. Zwar dürfte es für Google nicht feststellbar sein, ob für einen Artikel Geld den Besitzer gewechselt hat, dennoch ist der Kauf von werblichen Beiträgen stets mit einem gewissen Risiko verbunden – sofern man sich nicht strikt an die Vorgaben der Suchmaschine hält. Außerdem sollte bedacht werden, dass viele Linknetzwerke mittlerweile wohlbekannt sind.

Evening News Advertorial Interflora

Beispiel für ein Advertorial in einer britischen Lokalzeitung für den Blumenhändler Interflora. Der Hinweis auf den werblichen Charakter des Beitrags ist zwar gegeben, der Inhalt ist aber nur von geringer Qualität. Nach Bekanntwerden der Penalty wurde Link schnellstmöglich entfernt.

 

Was sind Advertorials?

Ein Advertorial ist eine Zusammenfassung aus dem Englischen „advertisement“ (Anzeige) und editorial (Leitartikel) und gemäß der Wikipedia „die redaktionelle Aufmachung einer Werbeanzeige, die den Anschein eines redaktionellen Beitrags erwecken soll“. Advertorials sind auch im Offline-Bereich bei Anzeigenkunden sehr beliebt, da Werbebotschaften in einem aufmerksamkeitsstarken redaktionellen Umfeld erscheinen.

Das Presserecht sieht – genau wie Google – vor, dass zwischen redaktionellen Inhalten und Werbung klar getrennt werden muss, da es sich ansonsten um Schleichwerbung handelt. Bezahlte Artikel in Zeitungen und Zeitschriften sind mit Begriffen wie „Werbung“ oder „Anzeige“ zu versehen. Denn sowohl die Leser einer Print-Publikation als auch die Besucher eines Blogs müssen eindeutig erkennen können, ob sie es mit einem unabhängigen Inhalt oder mit Werbung zu tun haben. Als Faustregel gilt: Wer für das Setzen eines Links in welcher Form auch immer entlohnt wird, hat den Link als Werbung kenntlich zu machen.

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