Google Authorship: Warum Ihre Inhalte (noch) nicht Ihnen gehören

Man pointing his finger

Sie glauben, die Inhalte Ihrer Website oder Ihres Blogs, die Sie mit hohem zeitlichen Aufwand geschrieben haben und fachlich fundiert sind, gehören Ihnen? Von wegen! Gar nichts gehört Ihnen – zumindest nicht aus Sicht von Google. Warum? Erst wenn Ihre Inhalte mit Ihrem persönlichen Google+ Profil verknüpft sind, kann Google Ihnen diese als Autor „zurechnen“. Sie erscheinen dann mit einem Bild prominent in den Suchergebnissen:

google-autorship-serps

Inhalte werden von Autoren geschrieben, die sich so in ihrem Fachbereich ein gewisses Renomee bzw. Autorität erarbeiten können. Authorship Markup wird, obwohl das Konzept nicht mehr ganz neu ist und auf ein Google-Patent namens Agent Rank zurückgeht, in der Praxis noch erschreckend selten genutzt. Blogs aus der Tech-Sphäre, die eigentlich offen gegenüber neuen Entwicklungen sein sollten, bilden da keine Ausnahme. Hier kann man sich also – je nach Branche – (noch) ganz gut vom Wettbewerb abheben. Der Lohn:

  • Eine höhere Click-Through-Rate (CTR)
  • Ein besseres Suchmaschinen-Ranking durch größere Glaubwürdigkeit

Author Rank – bedeutender Faktor für die Suche der Zukunft

Suchmaschinen wie Google gehen immer mehr dazu über, anstatt einer einzelnen Seite und dem darauf befindlichen Text auch den Autor bei der Bewertung einer Webseite zu berücksichtigen (Denn in der Vergangenheit wurde viel minderwertiger Content anonym bzw. unter „admin“ und anderen „Namen“ verbreitet). Der sogenannte Author Rank wird in nicht allzu ferner Zukunft im Google-Algorithmus eine bedeutende Rolle spielen und die SERPs gehörig durcheinander wirbeln. Doch welche Kriterien spielen beim Author Rank vermutlich eine Rolle?

      • Anzahl an +1-Bewertungen und Google+ Shares des Contents eines Autors
      • Verbindungen zu anderen High-Quality-Autoren (im gleichen Fachbereich)
      • Autoritäts-Signale aus anderen sozialen Netzwerken, z. B. Twitter, LinkedIn etc.
      • In wie vielen Google+ Kreisen befindet sich der Autor?
      • Interaktionen mit anderen Nutzern auf Google+
      • uvm.
neurasthenie-google-serps

Dieser neue Ansatz von Google deckt sich auch mit unserer Alltagserfahrung. Leute haben größeres Vertrauen in Menschen, die für sie „sichtbar“ sind. Anonymität im Netz war gestern, bekennen Sie Farbe und tragen Sie mit Ihrem guten Namen und hochwertigem Content zur Weiterentwicklung des Netzes und zur Reduzierung von Spam bei.

Ein Google+ Profil, das sauber und vollständig gepflegt ist, gehört unabdingbar dazu, um für die Zukunft der Online-Suche gerüstet zu sein. Das gilt nicht nur für Website-Betreiber selbst, sondern auch für Mitarbeiter, die Content zu einer Website beitragen. Wichtig: Laden Sie ein seriöses Profilfoto hoch, füllen Sie die „Über mich“-Seite aus und geben Sie an, für welche Publikationen („Macht mit bei“) Sie als Autor tätig sind (mit Link auf die Startseite bzw. noch besser eine Autoren-Übersichtsseite des entsprechenden Mediums).

Macht-mit-bei-Google-Plus

So teilen Sie Google Ihre Urheberschaft mit

Was müssen Sie nun tun, damit Sie von Google als Autor erkannt werden und die Verknüpfung zwischen Ihren Inhalten und Ihrem Google+ Profil hergestellt wird (Achten Sie darauf, dass über Ihrem Inhalt eine Autoren-Angabe steht und der Name sich mit dem in Ihrem Google+ Profil deckt!)? Zwei Möglichkeiten stehen Ihnen hier offen:

1.) Sie bauen in den <head>-Bereich jeder Seite das sogenannte rel= „author“-Tag ein.

<a href=“[profile_url]?rel=author“>Google</a>

Anstatt [profile_url] geben Sie den Link zu Ihrem persönlichen Google+ Profil ein, also z. B. https://plus.google.com/u/0/113213291978612984210/.

2.) Sie geben eine bestätigte E-Mail-Adresse in der gleichen Domain wie Ihre Inhalte an. Das können Sie über nachfolgende Internetseite erledigen:

https://plus.google.com/authorship

Achtung: In Word-Press-Blogs müssen Sie im Backend einen Link zu Ihrem Google+ Profil unter „Profil“ hinterlegen!

Ob Google das Authorship-Markup auf Ihrer Website oder Ihrem Blog auch auslesen kann, können Sie ganz komfortabel mit folgendem Tool testen. Geben Sie einfach die URL zu dem Artikel ein, den Sie verfasst haben und klicken Sie auf „Vorschau“. Schon sehen Sie, wie die Seite in den Suchergebnissen angezeigt wird:

rich-snippet-testing-tool

Es muss auch noch einmal darauf hingewiesen werden, dass Google die Ausspielung von Rich Snippets nicht garantiert und es durchaus auch einige Tage dauern kann, bis Google die Seiten crawlt und dann das Autorenbild in den Suchergebnissen anzeigt.

Datenbank für Autoren

Aber nicht nur auf den eigenen Seiten sollte die Verknüpfung zwischen Ihnen als Autor und Ihrem Content gegeben sein. Da das Author-Rank Konzept nicht an Webseiten gebunden ist, sollten Sie auch als Gastautor auf fremden Blogs auf das Thema Google und Urheberschaft achten.

Wird in Zukunft im Online-Marketing vielleicht mehr Budget für renommierte Autoren, die das Ranking einer Website pushen können, ausgegeben als für Backlinks? Was aber passiert, wenn ein Autor eine Firma verlässt und der Name aus den CMS-Systemen verschwindet? Verschwindet damit auch die Glaubwürdigkeit des von ihm verfassten Contents? Fragen über Fragen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch Anlass zu Spekulationen geben. Eine Author Rank-Datenbank ist übrigens mittlerweile im Aufbau. Sie wurde auf der diesjährigen SMX in München vorgestellt. Mit ihrer Hilfe lassen sich Autoren unterschiedlicher Branchen recherchieren, kontaktieren und zum eigenen Netzwerk hinzufügen. Eine Beta-Version ist hier kostenlos verfügbar.

Aber Google+ ist nicht nur im Hinblick auf die Themen Authorship und Author Rank von großer Bedeutung für die Search. Über Google+ kann man mittlerweile auch viel Traffic auf die eigene Seite ziehen, nach der Erfahrung von Rand Fishkin mittlerweile fast genausoviel wie über Twitter.

Fazit

An der Nutzung von Google Authorship kommt heute kein Betreiber einer Website mit hochwertigen Inhalten oder eines Blogs mehr vorbei, denn mit dem Author-Rank steht die nächste große Entwicklungsstufe in der Online-Suche bald bevor. Setzen Sie sich daher JETZT mit Google+ auseinander und bauen Sie Ihren persönlichen Author-Rank auf. Veröffentlichen Sie viel als Experte, nicht nur auf den eigenen Seiten, und ziehen Sie damit auch Ihren Webauftritt weiter nach oben. Oder wenn Sie nicht die Zeit zum Schreiben haben: Finden Sie die richtigen Leute!

Hier noch eine interessante Studie von Jeff Sauer zum Einfluss von Google+ auf Suchmaschinen-Rankings. Eine brandneue Domain brachte er nur mit Hilfe sozialer Interaktionen auf Google+ für gewisse Keywords innerhalb kürzester Zeit in die Top 10:

http://www.jeffalytics.com/establish-google-plus-authority/

Nutzt Ihr auf eurer Website oder eurem Blog schon Google Authorship? Welche Erfahrung habt ihr mit Google+ gemacht? Wir freuen uns auf eure Kommentare im Anschluss an diesen Beitrag!

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