Bessere Backlinkanalysen mit den Google Webmastertools möglich

Google hat kürzlich eine weitere Verbesserung in den Webmastertools aktiviert: der Bereich „Ihre Webseite im Web / Links zu Ihrer Website“ wurde deutlich erweitert und in mehrere Unterseiten aufgeteilt. Die Beschreibung hat Google in seinem Blog veröffentlicht.

Die Einstiegsseite bietet jetzt eine in drei Bereiche unterteilte Übersicht:

  • In der linken Spalte „Wer erstellt die meisten Links?“ werden die häufigsten externen Domänen aufgelistet, von denen auf das eigene Angebot verlinkt wird. Hier findet man also diejenigen Sites, die die meisten Backlinks auf den eigenen Internetauftritt setzen, was aber nicht zugleich bedeuten muss, dass sie den meisten Traffic zur eigenen Site liefern. Was hier bei Google noch fehlt ist eine Angabe zum „Wert“ bzw. PageRank der jeweiligen Site. Auch wäre bei entsprechend vorhandenem Google Analytics -Account eine Zusatzangabe zum Backlinktraffic sehr interessant. Problematisch ist auch, dass Google keinen Unterschied in der Anzeige macht zwischen „schlechten“ Backlinks, die mit dem „nofollow“-Attribut ausgestattet sind und den „guten“, die ohne dieses Attribut gesetzt sind. Typische „nofollow“-Sites sind z.B. Twitter, Facebook oder Mister Wong. Aus SEO-Sicht sind besonders die Sites mit hohem PageRank (PR) und ohne „nofollow“-Attribut wertvoll, da sich deren PR dann auch auf die eigene Site weitervererbt.
  • Darunter im Bereich „So sind Ihre Daten verknüpft“ zeigen die Webmastertools jetzt die Texte (Linkbeschreibungen) an, die die externen Sitebetreiber in ihren Links auf das eigene Angebot verwenden. Aus den Texten kann man Rückschlüsse darauf ziehen, wie genau/passend die externer Betreiber auf den eigenen Content verlinken bzw. wie gut sie den eigenen Content verstehen.
  • Auf der rechten Seite zeigt Google „Ihr am meisten verlinkter Content“ an. Interessant dabei ist, dass die angezeigten Zahlen letztlich zeigen, welche eigenen Seiten bei externen Anbietern am beliebtesten sind. Auch wenn es sich hier nur um die Linkanzahl handelt, nicht um die über die Backlinks zugelieferten Seitenabrufe (PageImpressions), kann man hier doch Rückschlüsse auf die Popularität einer einzelnen Seite im World Wide Web ziehen.

Unterhalb jeder Spalte gelangt man über den „Mehr“-Link auf Detailunterseiten:

  • Unterhalb „Wer erstellt die meisten Links?“ kann man zu jeder externen Domäne sehen, welche Links sie gesetzt hat. Google zeigt hier außerdem an, wie oft von dort Links gesetzt wurden und auf wie viele verschiedene Seiten.
  • Die Detailseite zu „So sind Ihre Daten verknüpft“ zeigt alle verwendeten Linkbeschreibungstexte an. Google nennt das die Ankertexte. Stehen hier merkwürdige Beschreibungen, kann das auch an der eigenen Seite liegen. Eine Optimierung der eigenen Seitenbeschreibung (z.B. im PageTitle oder dem h1-Tag für die Überschrift) kann sich hier u.U. auszahlen. Denn natürlich werden Besucher auf unverständliche Backlinks weniger klicken und zur eigenen Site gelangen, als wenn hier passende und attraktive Linktexte stehen.
  • Die Detailseite zu „Ihr am meisten verlinkter Content“ führt alle gefundenen eigenen Seiten auf, die über andere Domains verlinkt sind, mit zwei interessanten Summenangaben: einerseits wird die Häufigkeit angegeben, wie oft auf die jeweilige Seite verlinkt wurde. Und darüber hinaus auch von wie vielen unterschiedlichen Quellendomains. In gewisser Weise ist dies die komplementäre Sichtweise zu den Daten, die unter „Wer erstellt die meisten Links?“ dargestellt ist.

Insgesamt bietet Google jetzt erfreulicherweise detaillierte Informationen zu den Backlinks auf die eigene Seite und das auch noch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Natürlich stammen die Daten letztlich aus dem Googleindex. Um sie aber selbst zu recherchieren wäre der Aufwand erheblich. Damit hat Google eine sehr nützliche Ergänzung in den Webmastertools eingeführt, die in dieser Form auch nicht durch SEO-Tools abgedeckt ist. Leider fehlen jedoch Angaben zum „Wert“ dieser Backlinks (Ranking etc.). Trotzdem findet man noch besser heraus, wer von wo auf welche Seite wie verlinkt und somit den eigenen Bekanntheitsgrad im Web unterstützt, evtl. ein potenzieller Linktauschpartner sein könnte oder auch als Backlinker eher unerwünscht ist. Aus SEO-Sicht sind ja vor allem diejenigen Backlinks nützlich, die auf einer thematisch verwandten und qualitativ hochwertigen, gut rankenden Site angesiedelt sind. Andere Sites mit eher schlechtem Ruf, sollten in den Listen möglichst nicht auftauchen. Denn leider können solche Sites dem Image und Ranking der eigenen Site auch schaden, im SEO-Fachjargon wird das „Bad Neighbourhood“ (Schlechte Nachbarschaft) genannt. Google achtet bei der Ermittlung des eigenen PageRanks durchaus darauf. Um die Qualität der aufgelisteten Backlinks zu beurteilen, muss man also einige Zeit investieren. Der Aufwand kann sich durchaus lohnen, denn nicht jeder Sitebetreiber kann und mag sich teure SEO-Analysetools leisten.

Fazit:
Mit dem was Google jetzt zusätzlich und kostenlos anzeigt kann man schon einiges mehr über die externe Verlinkungsstruktur und –Qualität zum eigenen Webauftritt erfahren. Für die Bewertung der Ergebnisse ist aber einige SEO-Erfahrung nötig, die im Zweifelsfall nur SEO-Spezialisten und SEO-Agenturen liefern können. Hier sind die Webmastertools noch weit davon entfernt, die eingehende SEO-Analyse von Spezialisten zu ersetzen.