Zweifelhafte Tipps von Google zur AdWords-Kostenkontrolle

Normalerweise ist der offizielle Google AdWords Blog eine sehr gute Quelle für Tipps und Hinweise zur Verbesserung der Kampagnenleistung und wertvolle Informationen rund um Google AdWords. Ein aktueller Post mit dem Titel „3 Tipps zur AdWords-Kostenkontrolle“ lässt mich allerdings sehr stark an dieser Einschätzung zweifeln.

Mit einem Video wollen die AdWords-Spezialisten hilfreiche Tipps zur Kostenkontrolle geben. Was als absolut sinnvoller Ansatz gelten kann, geht meiner Meinung jedoch völlig nach hinten los:

Kostenkontrolle meint die sinnvolle Verwendung des Werbebudgets bei maximalem ROAS. Das Tagesbudget zu erhöhen um maximale Reichweite zu erreichen oder die Gebote für die stärksten Keywords zu erhöhen um einen höheren Anzeigenrang zu erreichen können aber nur als kontraproduktiv angesehen werden. Zumindest haben diese beiden Maßnahmen nichts in einem Beitrag zur Kostenkontrolle verloren, solange sie nicht mit anderen Maßnahmen (Bid Strategie, Webanalyse, Keywordoptimierung etc.) kombiniert werden.

Richtig liegt das Video allein beim Thema Quality Score. Diesen durch eine sinnvolle Kampagnen- und Anzeigengruppenstruktur, relevante Anzeigentexte, spezifische Keywords und gute Landing Pages zu erhöhen würde als Tipp zur Kostenkontrolle jedoch schon ausreichen. Werden diese Faktoren hinreichend gut umgesetzt, sollte eine Erhöhung von Budgets, gleich auf welcher Ebene, eigentlich gar nicht notwendig sein.

Nun muss man wissen, dass Google nicht unbedingt die Kostenkontrolle seiner Werbekunden als primäres Unternehmensziel verfolgt. Das ist ja auch gut und richtig. Allerdings sollte Google auf derart irreführende Posts verzichten, zumal sich der angesprochene Beitrag an AdWords Anfänger richtet, die wohl noch nicht über die Erfahrung verfügen, derlei Hinweise richtig einzuordnen.