Amazon Payments vs. Paypal – zwei Zahlungsmethoden für Online-Shops im Vergleich

Online-PaymentsPayPal ist eine Erfolgsgeschichte: Als Tochterfirma von eBay gestartet, hat sich der Bezahldienst auch außerhalb des Auktionshauses etabliert. Laut einer vom Marktforschungsinstitut EHI durchgeführten Studie wurde im letzten Jahr bereits jede fünfte Online-Transaktion über PayPal abgewickelt, was immerhin eine Steigerung des Marktanteils von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Mit Amazon Payments will sich nun allerdings ein Konkurrent etablieren. Wie stehen dessen Erfolgschancen?

PayPal: Bewährter Treuhändler

Das Prinzip PayPal ist einfach: Der Kunde zahlt mit wenigen Mausklicks, ohne seine Bankverbindung an den Verkäufer herausgeben zu müssen. Letzterer hat die Gewissheit, dass das Geld auch tatsächlich ankommt – und kann die Ware sofort losschicken. Dabei bleibt die Transaktion für den Käufer stets kostenfrei, nur der Verkäufer hat eine vergleichsweise geringe Gebühr zu tragen. Ein weiterer Nutzen: PayPal fungiert als Treuhänder. Entspricht die Ware nicht der Beschreibung oder wird gar überhaupt nicht geliefert, kann das Geld durch PayPal wieder zurück auf das Konto des Käufers transferiert werden. Insbesondere für den Kunden ergibt sich also eine Reihe von Vorteilen, die für die steigende Beliebtheit von PayPal in den letzten Jahren gesorgt haben.

Amazon vereinfacht Kaufabwicklung

Amazon Payments hat zunächst den guten Namen in die Waagschale zu werfen: Amazon steht für viele Nutzer sinnbildlich für störungsfreies eCommerce mit kurzen Versandzeiten und kulanter Behandlung von Reklamationen. Damit dürften viele Menschen prinzipiell genug Vertrauen aufbringen können, um auch den Online-Zahlungsverkehr über den Branchenriesen abzuwickeln – ein echter Newcomer hätte es in dieser Hinsicht bedeutend schwerer. Außerdem muss für Amazon Payments kein weiterer Account angelegt werden, wenn bereits eine Registrierung bei Amazon stattgefunden hat. Dieses Argument sollte nicht unterschätzt werden, denn viele Nutzer schrecken vor der unnötigen Herausgabe ihrer Daten zurück. Ein weiterer Vorzug besteht in der Zahlungsabwicklung als solches. Bei PayPal ist es zur Zahlung notwendig, den Online-Shop kurz zu verlassen, um sich auf der Website des Unternehmen einzuloggen und den Kauf zu verifizieren. Diese Umleitung sorgt aber in technischer Hinsicht häufiger für Schwierigkeiten, sodass es zu einem Abbruch des Kaufs kommt. Ein solcher Zwischenschritt muss bei der Bezahlung mithilfe von Amazon Payments nicht vorgenommen werden. Bezüglich der Sicherheit der Zahlungen können die Kunden von Amazon Payments ebenso beruhigt sein: Treten Probleme mit der Lieferung auf, kann das Geld wieder zurückgebucht werden. Darüber hinaus wird das Nutzerkonto bei einem Kauf nicht pauschal belastet, so wie dies bei einer PayPal-Zahlung der Fall ist. Wie bei Amazon üblich, findet eine Abbuchung von Ihrem Konto erst dann statt, wenn der Verkäufer den Versand der Ware bestätigt hat. Somit erhöht sich der Sicherheitslevel noch einmal, vor allem müssen Sie aber nicht in Vorleistung treten.

Komplizierter Registrierungsprozess

Der gravierende Nachteil von Amazon Payments liegt derzeit leider noch in der Akzeptanz: Einige große Online-Shops akzeptieren die Zahlungsart bereits, sehr häufig muss allerdings noch zu einer der Alternativen gegriffen werden. Einer der Gründe dafür könnte in dem häufiger kritisierten, vergleichsweise komplizierten Registrierungsprozess zu finden sein. Der Geschäftsführer muss sich ausweisen und einen aktuellen Handelsregisterauszug vorlegen, sogar die Telefonrechnung wird angefordert. Amazon möchte damit in jedem Fall unterbinden, dass der Zahlungsdienst für Geldwäsche missbraucht wird. Der Aufwand zur Registrierung kann sich allerdings lohnen. Händler, die Amazon Payments anbieten, verzeichnen häufig deutliche Umsatzzuwächse.

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