SMX 2012 How SEO Blinded Me, Then Opened My Eyes

Die SMX aus SEO Sicht:

„How SEO Blinded Me, Then Opend My Eyes“, so startete die SMX in diesem Jahr mit der Keynote von Rand Fishkin. Geprägt war der Vortrag von den neuesten Entwicklungen im Bereich SEO und damit auch von den Herausforderungen, mit der die SEO Manager und die gesamte Branche in Zukunft konfrontiert werden. Mit jedem Google Release kommen neue Herausforderungen ans Licht und die Maßstäbe müssen neu gesetzt werden. Der Gründer SEOmoz und SEO-Prophet erklärte in seiner Keynote „How SEO blinded me, then opened my eyes“ , dass selbst er manchmal den Wald vor Bäumen nicht mehr sieht. Während vor einigen Jahren der Schwerpunkt für Suchmaschinenoptimierung noch auf den Keywords und Links lag, haben sich die Suchergebnisse stark verändert.

Die Suchergebnisse sind zweifellos „persönlicher“ geworden, sie integrieren Facebook, Twitter und Google Plus, und sie werden spezifischer. Ähnliche Suchergebnisse werden seltener, und deshalb hätten TOP 1 Positionen  an Wert verloren, meinte Fishkin. Es sei also an der Zeit, über grundsätzliche Änderungen im SEO nachzudenken. Für Fishkin liegt das Problem auch darin, dass die Online Marketer im SEO ihre Strategie zu sehr auf die Technik und Rankings fixieren, anstatt SEO als einzelne Maßnahme in ein umfassendes Marketingkonzept zu integrieren.

„Inbound Marketing“ statt SEO

Fishkin nennt das neue Konzept „Inbound Marketing“, über das auch schon im SEOmoz Blog kontrovers diskutiert wurde. Im Zeitalter der Universal Search ist also das Ziel, SEO für andere Bereiche wie Google Shopping, Bilder, Videos, Social Media und vieles mehr zu öffnen.

Die harte Optimierung einzelner Keywords mit Links aus Verzeichnissen und billigen Blogs hat jedenfalls ausgedient, wenn man die letzten Panda Updates in Betracht zieht. Jetzt ist Kreativität gefragt, sonst konzentriert man sich vielleicht auf die falschen Ziele und riskiert eine Abstrafung.

Das Bootcamp „Webmasters on the Roof“ mit Fishkin, Will Critchlow, Jens Fauldrath, Wil Reynolds und Marcus Tandler griff diese Fragen wieder auf und konzentrierte sich besonders auf den Wert von Google Plus. Während die deutschen Experten sehr zurückhaltend waren, empfahl Fishkin  allen Marketern das neue Netzwerk, um schnell Traffic zu generieren. Google wird in Zukunft die Aktivität in seinem sozialen Netzwerk und die Einbindung des Buttons auch für die Suchergebnisse nutzen. Doch Google Plus hat es im Vergleich zu Facebook in Deutschland immer noch schwer, wie deutlich im Publikum zu sehen war: Fast niemand bekannte sich dort zu diesem neuen Netzwerk.

Einig waren sich die SEOs allerdings bei schlechten Backlinks, die in Zukunft zusammen mit Linknetzwerken abgestraft würden. Taktisches Linkbuilding mit Money Keywords und schlechten Links wird also immer risikoreichern, vor allem seit Google ca. 700.000 Abmahnungen an Webseiten Betreiber bezüglich der Linkqualität verschickt hat.

Allerdings muss sich die Botschaft von Fishkin wohl erst noch durchsetzen, denn bei der SMX waren die klassischen Themen wie Linkbuilding nach wie vor sehr wichtig.

Die SMX aus SEM Sicht:

Die Vorträge zum Thema Suchmaschinenmarketing (SEM) waren in diesem Jahr geprägt von der Multi Channel Integration. Interessante Einblicke gaben die Vorträge zum „Google Analytics: verborgene Schätze und Reports“ oder „Wem gehört der Klick? User Journey und Multichannel Trichter“. Der zuletzt genannte Vortrag war aus der Perspektive der Unternehmen Telefónica Germany und mobile.de. Die komplexe gegenseitige Wechselwirkung zwischen den Kanälen ist den Unternehmen immer wichtiger geworden. Denn ca. 63% aller Conversions brauchen mehr als einen Touch Point, so Daniel Distler von Telefónica Germany. Dabei ist die Wichtigkeit gestiegen alle Kanäle in einem Tool zu erfassen und somit die Interdependenzen feststellen zu können bzw. die korrekte Attribution der Conversions unter den Kanälen vorzunehmen vor allem auch in Hinblick auf das Budget. Dabei bietet auch Google Analytics mit dem Multi Channel Funnel einige spannende Analysen, mit dessen Hilfe man das Zusammenspiel der Kanäle besser erkennen und optimieren kann.

Doch wenn die Landingpage den User nicht abholt und somit nicht konvertiert, dann ist jede Werbemaßnahme oder jedes Top Ranking sinnlos. Genau das machte André Morys von der Web Arts AG in seinem Vortrag nochmals deutlich. Alles beginnt damit, dass wir verstehen müssen was die Kunden auf unserer Seite wollen. Dabei ist die Methode der Inszenierung ein gutes Instrument die User dazu zu motivieren schneller zu kaufen oder zu buchen, so wie es z.B. booking.com längst macht, indem bei jedem Hotel die Anzahl der noch verfügbaren Zimmer anzeigt. So wird der User glücklich darüber sein, doch noch das gewünschte Zimmer bekommen zu haben, denn es wäre ja fast ausgebucht gewesen. So führt anscheinend die limitierte Verfügbarkeit von Produkten auf 48 Stunden zu mehr Conversions als gezielte Rabatte. Die Ursache dafür ist die Angst der User einen Verlust einzufahren, wenn Sie nicht schnell genug reagieren.

Der erste Tag auf der SMX hat schon einige Ansätze gezeigt und nochmals die Wichtigkeit der Interdependenzen zwischen den online Werbekanäle betont, ein Thema das in den nächsten Jahren definitiv an Aufmerksamkeit gewinnen wird und gewinnen muss.

verfasst von Simone Kienzle (SEM), Korbinian Spann (SEO)