Google Webmaster Tools-Meldung: Seiten aus dem europäischen Index entfernt

Recht auf Vergessen

Das vom europäischen Gerichtshof beschlossene „Recht auf Vergessen“ zeigt erste Auswirkungen. Zum Teil sind von Google Meldungen verschickt worden, dass einzelne URLs womöglich nicht mehr in den europäischen Suchergebnissen gelistet werden. Dies ist der Fall, wenn die Suchanfrage den Namen einer Person beinhaltet, die von obigem Recht Gebrauch gemacht hat. Nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Thema:

1.) Was kann der Grund sein, dass ein Ergebnis mit einem Namen in Zusammenhang gebracht wird?

Naheliegend ist, dass auf der von Google gemeldeten URL Kommentare mit Klarnamen ausgegeben werden. Wenn nun einer der Kommentatoren das Formular zum „Recht auf Vergessen“ ausgefüllt hat, wird die Seite z.B. bei einer Suche nach dem Produkt in Kombination mit dem Namen nicht in den SERPs gelistet. In den Webmaster-Tools erhält man dann folgende Meldung:

Hinweis auf Entfernung aus Google-Suche

Natürlich kann es auch dazu kommen, dass Google Fehler unterlaufen – schließlich erfolgt derzeit die Bearbeitung der Anträge manuell, ein entsprechender automatisierter Ablauf wurde von Google bisher nicht etabliert.

2.) Was sind die Auswirkungen?

Derzeit beschränkt sich der Effekt auf Ergebnisse für Suchanfragen, die einen Namen beinhalten. Alle anderen Suchanfragen, zum Beispiel nach einem Produkt, sind nicht betroffen, sodass die meisten Seiten – abgesehen von der Google Webmaster-Tool-Meldung – keine Auswirkungen spüren werden. Das Suchvolumen für einen Namen, der vom „Recht auf Vergessen“ betroffen ist und mit einem für die eigene Seite relevanten Keyword kombiniert wurde, wird in den meisten Fällen zu vernachlässigen sein.

3.) Was muss man beachten?

Da es aktuell in den meisten Fällen überhaupt keine Auswirkungen in den SERPs gibt, kann man das „Recht auf Vergessen“ als Webseiten-Betreiber ignorieren. Mit einer Ausnahme: Wenn man selbst für ein spezielles Thema Reputation aufgebaut hat oder Einzelunternehmer ist, der mit seinem Namen gefunden werden will (z.B. „Kaminbauer Wilfried Meier“) sollte nicht vom „Recht auf Vergessen“ Gebrauch machen, da nicht sicher ist, dass Google dann nicht die Ergebnisse auch für die eigene Seite entsprechend zensiert.

Meiner Meinung nach wird die beschlossene Rechtssprechung dafür sorgen, dass zuerst einmal „sinnlose“ Meldungen über die Webmaster-Tools verschickt werden. Wenn für eine gemeldete URL nur wenige Kommentare gepostet wurden, ist es auch ein leichtes für den Webseiten-Betreiber herauszufinden, wer vom „Recht auf Vergessen“ Gebrauch gemacht hat. Ob dies im Sinne des Datenschutzes ist, wird zu klären sein.

Bis es eine weitere Entwicklung gibt bzw. weitere, konkrete Auswirkungen, kann man jedem, der entsprechende Meldungen erhält raten, nichts weiter zu unternehmen.

Weitere interessante Informationen zu dem Thema erhält man auf seo-united.de.

Wie sind die Erfahrungen anderer? Wer hat sonst noch entsprechende Meldungen von den Google Webmaster-Tools erhalten?

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