Recap SMX München 2013: Content-Marketing, Authorrank, Link-Penalties und mehr

Eine Website zu besitzen, die mit ihren Texten, Bildern und Videos Likes, Shares, Tweets und Links so anzieht, wie ein Magnet Eisenspäne: Das ist wohl der Traum eines jeden Website-Betreibers. Die Realität sieht aber oft (noch) anders aus. Content Marketing ist eines der Themen, das nach den USA nun langsam auch hier in Deutschland Fuß zu fassen scheint. Zumindest, wenn man sich das Programm der SMX München in diesem Jahr angesehen hat: Dort gab es am zweiten Tag einen ganzen Track zum Thema Content-Marketing. Neben Content ging es auf der SMX aber auch um Link-Penalties, Tools und Trends wie Authorrank & Co uvm.

Die OSG war mit Geschäftsführer Florian Müller, SEO-Managerin Judith Wunschik, Content-Manager Martin Stäbe und Offpage-Manager Khoa Nguyen an beiden Tagen auf der Konferenz vertreten, um sich in Sachen Online-Marketing up-to-date zu halten. Diese lockte wieder die Größen der deutschen SEO-Szene zur SMX ins Hotel Hilton in der bayerischen Landeshauptstadt, darunter Karl Kratz, Marco Janck, Mario Fischer, Jens Fauldrath sowie  internationale SEOs wie Danny Sullivan von searchengineland und Wil Reynolds von SEER Interactive, die beide eine Keynote hielten.

Doch wie erzeugt man nun die weiter oben genannten wertvollen Interaktionen? Indem man dank des eigenen Contents eine populäre Seite wird. Und wie wird man beliebt? Im Rahmen einer Content Strategie müsse man sich zunächst seiner Zielgruppe klar werden. Dann stelle sich die Frage, was diese begeistere? Und nicht zuletzt müsse man es dann besser machen als alle anderen, sagte Laura Lippay von SEOgadget, die früher auch bei Yahoo gearbeitet hat und mit Wil Reynolds von SEER Interactive eine Session zum Thema „Content Strategies for highly competitive markets“ hatte. Als Beispiel einer gelungenen Content Marketing Kampagne stellte sie die Harvey Dent-Kampagne zur Promotion des Films „The Dark Knight“ vor, die mit verschiedenen Kanälen wie Websites, Telefonanrufen und Video Trailers arbeitete. Diese stamme zwar nicht von SEOs, sei aber unbedingt nachahmenswert. Das Ergebnis: 25000 Links von über 800 Domains, so Lippay.

Storytelling begeistere Internetnutzer, meinte ihr Kollege Reynolds. Aber: „SEOs are no storytellers“. Er zeigte auf, wie einfach man die Bedürfnisse des Marktes erkennen könne, indem man im Google-Suchschlitz Fragen formuliere („Don’t hit enter!“) und diese dann kreativ beantworte. Er amüsierte sich über eine Snowboard-Seite, die ellenlangen Content mit 4000 Wörtern anbot, den so aber kein Snowboard-Interessierter lesen wolle. Sein Rat: Make it digestible and promote it! Der Content soll „verdaulich“ aufbereitet und dann Werbung dafür betrieben werden. Einen Tipp, wie man guten, fachlich fundierten Content von seinen Kunden bekommen könne, die ja Experten in Ihrer Branche seien, gab er auch. Man solle sie einmal in der Woche mit Google Voice anrufen, ihnen Fragen stellen, das Gespräch aufzeichnen und das Ganze dann transkribieren – das Einverständnis des Kunden natürlich vorausgesetzt!

Was ist eigentlich guter Content? Diese Frage stellte sich Maximilian Muhr, Head of SEO bei der BILD-Zeitung? Eigentliche gebe es keine echten objektiven Kriterien für guten Content. Unterschiedliche Gruppen wie SEOs, Journalisten, Social-Media-Experten oder BLWer würden die Frage unterschiedlich beantworten. Während für einen SEO beispielsweise „guter Content“ vor allem themenrelevant und skalierbar ist und für bestimmte Keywords rankt, muss ein guter Text aus Social Media Sicht vor allem für User-Interaktion sorgen, Begeisterung auslösen und teilbar sein. Aus den im Laufe des Vortrags eingeblendeten Interviews mit SEOs kam hervor, dass in Texten vor allem viel Leidenschaft und Herz stecken müsse. Eine Frage, die man sich außerdem stellen müsste, um herauszufinden, ob ein Content gut sei: Ist diese Seite aus Millionen Ergebnissen für den Nutzer wirklich die beste? Außerdem muss ein Text so gestaltet werden, dass jeder in ihm genau den Aspekt findet, den er gerade benötigt.

Welche Zukunft hat Linkbuilding auch im Hinblick auf Trends wie Linkbaits oder den neuen Ansätzen des Content-Marketing? Im Hinblick auf die Veränderungen im Offpage-Bereich stand natürlich die Frage, wie Content-Marketing betrieben werden sollte. Markus Hövener von Bloofusion stellte verschiedene Methoden vor, wie man mit Hilfe anderer Webseiten Ideen für funktionierenden Content für seine Branche generieren könne, der beim User ankommt.

1.) Wer verlinkt auf wen und gibt es hier gewisse Muster? (z. B. Untersuchung des Linkprofils aller Unis/Katzenvereine/Studentwerke etc.)

2.) Lauschen von Diskusionnen in Foren

3.) Schauen, was Medien gerne verlinken

4.) Analyse der top verlinkten Seiten via Open Site Explorer

Das Fazit von Hövener: „Schreiben Sie nicht blind drauf los. Bauen Sie das nach, was auch in der Vergangenheit schon gut geklappt hat!“

Sasa Ebach unterstrich auch die Wichtigkeit der Content Marketing Strategie anhand eines Risikovergleichs zu einer Linkbaiting-Strategie. Der Investition in die eigene Reputation der Seite durch guten Content, wie es beispielsweise Red Bull vorbildlich praktiziert, sollte hierbei ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit geschenkt werden, zumal das Linkbuilding in Form der klassischen Produktmarketingstategie an Bedeutung verloren hat.

Interessant war auch die Diskussion um die Zukunft des Linkbuildings, die auf der SMX München in den Fokus rückte. In der Runde mit Markus Hövener (Bloofusion), Jens Fauldrath (takevalue GmbH), Marc Stürzenberger (Verlagsgruppe Weltbild GmbH) und Ralph Binkert (Yatego GmbH) wird Linkaufbau auch in Zukunft von der überwiegenden Mehrheit als nachhaltige SEO-Strategie angesehen, wobei bei allen Beteiligten der Nutzen des Users eher im Vordergrund steht. So wurde unter anderem in Bezug auf Infografiken bemängelt, dass sie negative Nachahmungseffekte erzeugt und zu einer Masse an Spam-Mails geführt hätten. In der kontroversen Debatte konnte klar herausgestellt werden, dass Linkbuilding zwar weiterhin Anwendung findet, die Lösungsansätze jedoch stoßen wie erwartet nicht auf einheitliche Zustimmung und das macht die Faszination des SEO-Bereichs auch aus.

Social Signals, Bilder und sonstige SEO Maßnahmen

Nutzersignale aus dem Netzwerk Google+ wurden von Searchmetrics anhand von Experimenten als klarer Rankingfaktor herausgestellt, wie man in der Session „Social SEO: Wird Likebuilding wichtig für SEO?“ erfuhr. Und Facebook? Laut Auswertungen sind offiziell rund 5 Milliarden Seiten von Facebook aktuell im Index. Auch wenn die Links „nofollow“ sind, sind soziale Wirkungen nicht zu unterschätzen.

Im Vortrag von Mikkel deMib (deMib.com) ging es dann um die große Beudeutung von Bildern für SEO, wo unter anderem eine Empfehlung für „Widgets“ und „Vote for me“ Buttons auf der eigenen Website ausgesprochen wurde. Denn diese erhöhen die Interaktion mit den Nutzern und sorgen dafür, dass die Besucher länger auf einer Seite verweilen – alles positive Aspekte im Hinblick auf ein gutes Suchmaschinen-Ranking. Es wurden zahlreiche originelle Bilder präsentiert, darunter auch Bilder mit mehr als 2 Millionen (!) Likes.

Links abbauen – sinnvolle Maßnahme?

Stephanie Wood, Head of SEO bei Affinitas (EDarling & ShopAMan), ist der Überzeugung, dass der Abbau minderwertiger Links eine gute Strategie sein kann, um eine Penalty bei Google wieder aufzuheben. Als Beispiel wurde die Seite www.eDarling.de genannt, die nach dem Abbau vermeintlich schlechter Links (70.000 Links in acht Monaten!) wieder die alte Sichtbarkeit zurückgewonnen hat. Hier stellt sich allerdings auch die Frage, ob die alte Sichtbarkeit wirklich durch die Löschung der Links oder aber durch parallele Linkbuilding- bzw. Onpage-Maßnahmen zustande kam.

Ein Höhepunkt am ersten Tag war mit Sicherheit die Keynote “What’s new in Search”, die als Interview zwischen Danny Sullivan, CEO von Search Engine Land und Jake Hubert, dem Business Product Manager von Google, geführt wurde. Viel Neues kam hier aber leider nicht zutage. Immerhin wurde deutlich, dass der Author Rank und strukturierte Daten in Zukunft eine entscheidende Rolle im Bereich Search spielen werden. Im Moment ist Google aber noch fleißig am Testen.

Was die strukturierten Daten angeht, so gibt Google Website-Betreibern hier das Data Highlighter Tool innerhalb der Google Webmaster Tools zur Hand. Daten lassen sich so auf der Website einfach mit der Maus markieren und taggen. Google fügt diese dann zu den strukturierten Daten innerhalb der Suche oder des Knowledge Graphs hinzu.

Wie mit Panda, Pinguin & Co. richtig umgehen?

Marcus Tober und Danny Sullivan verrieten in ihrer Session „Willkommen im Google Zoo: So freunden Sie sich mit Pinguinen, Pandas und anderen wilden SEO Tieren an“, was es mit den Updates EMD, Panda und Penguin auf sich hat und wie  der Google Dance (Tanz der Rankings) zustande kommt. Eine wichtige Botschaft der beiden, die allen klar sein sollte: Updates sind keine Penalties! Man muss hart daran arbeiten, um dem Update gerecht zu werden.

Diese Dinge sollte man speziell beim Penguin beachten:

–    ein natürliches Linkprofil mit dem Brand auch auf Unterseiten
–    die Anzahl der Links ist relevant
–    die Anzahl der Worte im Ankertext ist relevant (je mehr desto besser)

Und das gilt für den Panda:

–    Der Google Index wächst enorm und Google muss diesen „aufräumen“. Daher sollte man den eigenen Content ständig überprüfen: Sind alle meine Inhalte relevant? Gibt es Seiten, die keinen Mehrwert bieten? usw.
–    Redundante Inhalte machen das Internet langsam.
–    Anzahl der AdSense-Inhalte reduzieren und mehr auf Premium-Ads bauen
–    Premium-Content und Video-Content pushen.

Weiter ging es mit „SEO Performance Metriken, die zählen“ mit  Richard Baxter, Martin MacDonald, zwei coolen SEOs aus den USA, die die Massen ordentlich unterhalten haben. Hier ging es um die Frage: „Was stecken wir rein und wie messen wir es?“ Dabei wurden viele gute Tools zum Messen verschiedener Metriken wie Besuche, Social, Neue Links usw. vorgestellt. Hier ein paar Beispiele:

–    Open Site Explorer von SEOmoz zum Herausfinden neuer Links
–    ahrefs zum Tracken gelöschter Links
–    Referrals lassen sich gut mittels Google Analytics tracken
–    Social Media Aktivitäten kann man mit Commun.it und Followerwonk messen
–    Fresh Web Explorer – was wird über die Marke gesagt?

Martin MacDonald machte darauf aufmerksam, dass wir oft einem Informationsüberfluss aufgrund zahlloser Statistiken oder Infografiken ausgesetzt seien. Die wichtige Frage laute: Was interessiert und warum interessiert es, was ist relevant und für wen ist es relevant? Hier hat sich die OSG mit dem Reporting-Center für ihre Kunden bereits richtungsweisend aufgestellt.

Sehr informativ war auch die Session zum Thema Author Rank zusammen mit Marcus Tandler und Jake Hubert. Den beiden zufolge stellt dieser noch kein Ranking Signal dar, aber Google testet fleißig und will vor allem zunächst den Spam, der hier möglich wäre, ausschließen können. Google hat nicht die Absicht, Links durch Social Signals zu ersetzen. Wichtig ist es, guten Content zu produzieren und eine eigene Meinung zu einem bestimmten Thema zu haben. So regt man automatisch zu Diskussionen an. Ein gutes Tool, mit dem man zu einem bestimmten Thema den passenden Autor finden kann, liefert die Seite Author-rank.org. Erkennt ihr hier übrigens jemanden wieder?

Fazit: Die SMX München 2013 war wieder vollgepackt mit Informationen und hielt die ein oder andere spannende Neuheit bereit – und auch das obligatorische Networking auf solchen Veranstaltungen kam nicht zu kurz. Wie waren eure Eindrücke? Was hat euch gefallen, was ist durchgefallen? Nicht zuletzt: Was habt ihr von der diesjährigen SMX inhaltlich mitgenommen? Wir freuen uns auf viele Kommentare und eine rege Diskussion im Anschluss an diesen Beitrag!

Hier gibt es noch den OSG-Recap zur SMX 2012:

https://www.online-solutions-group.de/Blog/allgemein/smx-2012-how-seo-blinded-me-then-opened-my-eyes/

Nachfolgend findet ihr weitere spannende Recaps zur SMX 2013:

http://www.seonauten.com/smx-muenchen-2013-recap-search-in-einer-anderen-dimension/

– http://www.internetkapitaene.de/2013/04/11/so-war-die-smx-munchen-2013-recap-mit-schwerpunkt-seo-linkaufbau-und-content-marketing/

http://www.seo-scene.de/szene/recap-smx-muenchen-2013-2745.html

http://web-act.net/recap-smx-2013/

http://www.mediadonis.net/smx-muenchen-hat-mal-wieder-gerockt/