Recap SEO Day 2013: Aufbruch in die SEO Zukunft im RheinEnergieStadion

Der SEO Day 2013 lockte dieses Jahr wieder zahlreiche SEOs in die Rheinmetropole Köln. Rund 600 Besucher informierten sich einen ganzen Tag lang im Business-Bereich RheinEnergieStadions auf der von Fabian Rossbacher und seinem Team organisierten „Suchmaschinenoptimierung Fachkonferenz“ über die neuesten Trends und Entwicklungen in der SEO-Branche. Rossbacher konnte wieder  bekannte SEO-Größen als Speaker gewinnen, darunter Johannes Beus, Jens Fauldrath, Karl Kratz oder Marcus Tober. Neben dem Austausch fachlicher Informationen stand das Networking bei vielen auf der Agenda. Auch die OSG hat sich dieses Jahr unter die Besucher gemischt, um in Sachen SEO up-to-date zu bleiben.

SEO Day 2013

In drei parallelen Tracks „Linkjuice Room“, „Pagerank Room“ und „Trustlink Room“ referierten die Experten auf dem SEO Day übrigens schwerpunktmäßig zum Thema Content Marketing (CM).

CM bedeutet, die richtigen Inhalte für die richtige Zielgruppe in den richtigen Channels bereitzustellen. Sepita Ansari, Geschäftsführer von Catbird Seat aus München zeigte auf, wie Content-Marketing in der Praxis vom Audit bis zum Outreach konkret betrieben wird. Als langfristige Strategie hat CM viele Vorteile: Backlinks werden auf natürliche Art und Weise generiert, Facebook-Likes und +1-Empfehlungen senden den Suchmaschinen soziale Signale, die Brand Awareness wird gesteigert sowie Vertrauen und Kundenbindung erhöht. Dabei ist jedoch planmäßig in sechs Schritten vorzugehen:

SEO Day 2013 - Sepita Ansari

1.) Audit: Hier erstellt man sich idealerweise eine riesige Datentabelle zu den eigenen Seiten mit verschiedenen Metriken (Keywords, Backlinks etc.) und schaut, welche Content-Typen und Formate gut ankommen oder was nicht so gut läuft.

2.) Strategie-Entwicklung: Ohne Ziele geht gar nichts, aber zuviele Ziele verderben den Brei. Daher sollte man sich immer smarte Ziele setzen, die konkret, messbar und erreichbar sind. Außerdem ist die Zielgruppe zu definieren, wobei man auf Daten von Google, Facebook, Google Analytics, Foren und Frage-Antwort-Portalen zurückgreifen kann. Nach der Erstellung von Personas sind die Channels zu definieren, auf denen der Content schließlich platziert werden soll (z. B. Facebook, Blogs etc.).

3.) Kampagnen-Planung

4.) Produktion des Contents: Hier ist die richtige Auswahl des Mediums zu treffen. Content wird übrigens immer in Zusammenarbeit mit dem Nutzer erstellt, da dieser durch Interaktion mit zu seiner Verbesserung beiträgt.

5.) Outreach: In der Outreach-Phase wird der Content gezielt verbreitet. Mithilfe einer Influencer Search findet man heraus, wer in der Branche das Sagen hat und so als Multiplikator dienen kann. Hilfreich sind bei der Recherche Tools wie Followerwonk, BuzzStream (funktioniert in Deutschland nicht!) oder Rapportive. Wichtig ist, Relationship Building mit Bloggern zu betreiben.

6.) Review

SEO Day 2013 - Sepita Ansari

Wichtig: Die richtige Ansprache entscheidet beim Content Marketing über Erfolg oder Misserfolg.

Über ein erfolgreich verlaufenes Content-Marketing Projekt sprach Nicolas Sacotte von seedking.de, der mit seiner Agentur auf Content-Marketing und Content-Seeding spezialisiert ist. Die Erstellung und Verbreitung einer „Domain Weltkarte“ habe zwar mehrere Monate in Anspruch genommen und rund 10.000 Euro gekostet, dafür hänge die Karte jetzt aber in Agenturen in ganz Deutschland und hat die Brand Awareness des Kunden erheblich gesteigert und für zahlreiche „kostenlose“ Backlinks gesorgt. Sacotte rechnete vor, dass der Kunde durch diese Maßnahme pro Link in etwa nur 26 Euro bezahlt habe.

Hochwertigen Inhalten, die dem User Mehrwert bringen, gehört die Zukunft. Zusehends verbindet Google Content mit realen Autoren, was dann auch seinen Niederschlag in den SERPs findet. Erleben wir bald das Ende des „faceless web„? Ja, meinte Marcus Tober von Searchmetrics. Zwar sieht er (noch) keinen Shift vom PageRank zum Authorrank. Allerdings bekämen Autoren immer mehr Gewicht, bekannte Gesichter schafften zudem Vertrauen. Das sorge für eine bessere Click-Through-Rate (CTR) und damit auch für ein besseres Google-Ranking. Im SEO der Zukunft spielen auf jeden Fall Authorship und strukturierte Daten eine bedeutende Rolle.

Doch Bild ist nicht gleich Bild: Bei der Wahl des Autorenbilds ist auf die Farbe des Hintergrunds, auf die Form und einige andere Dinge zu achten. Tober fand in Tests zum Beispiel heraus, dass auf ein Ergebnis, das mit einem Bild mit lachsfarbenem Hintergrund versehen ist, häufiger geklickt wird.

Mit schema.org kann ein Webmaster Google das Auslesen wichtiger Daten seiner Website vereinfachen und so die Suchergebnis-Snippets attraktiver gestalten. Folgende Dinge können ausgezeichnet werden:

  • Bewertungen
  • Filme
  • Angebote
  • Produkt-Verfügbarkeit
  • Rezepte
  • etc.

In den SERPs werden meist nur 2er-Kombinationen angezeigt, z. B. Bewertung und Verfügbarkeit. Tober warnte aber, dass man sich durch die übermäßige Auszeichnung von Daten unter Umständen selbst das Wasser abgrabe, da Google so die Suchanfragen der User gleich selbst beantworte. Googles Knowledge Graph und Hummingbird lassen grüßen. In der amerikanischen Version von Google erhält man zu gewissen Suchanfragen beispielsweise fast gar keine organischen Suchergebnisse mehr angezeigt, zum Beispiel bei der Phrase „Pictures Kölsch“.

Dass man auch von Nicht-Konversionen eine Menge lernen kann, wie man seinen Webauftritt unter Content-Gesichtspunkten zu optimieren hat, bewies Karl Kratz in seiner Session. Sein Credo: Conversion Optimierung besteht darin, Website-Besucher zum richtigen Zeitpunkt und an der richtigen Stelle dazu zu bringen, ihr Verhalten bzw. ihre Einstellungen zu ändern, so dass sie letztlich konvertieren. Ein gutes Mittel stellt hier die In-Content-Dynamisierung dar. Anhand des Leseflusses findet man heraus, was User auf einer Seite am meisten interessiert und lädt dementsprechend Content nach.

Technisch wurde es in der interaktiven Session von Pascal Fantou: Er verriet, wie man unliebsame Wettbewerber los wird. Ob View-, Klick- oder Lead-Fraud: Es gibt viele Möglichkeiten, mit denen man anderen richtig schaden kann. Sein Fazit: Statistiken und Tools lassen sich immer negativ beeinflussen und können die Konkurrenz viel Geld kosten. Als Beispiel nannte er Google Analytics. Betrüger können in einem Online-Shop zum Beispiel einen Fake-Sale tätigen, sich dann die Transaktionsnummer und weitere Parameter notieren und bauen einen entsprechend manipulierten Analyctis-Tracking Code in einer leeren Domain ein. Im Analytics-Konto des Shops sieht es dann so aus, als seien massenweise Verkäufe getätigt worden, die es in Wahrheit aber nie gegeben hat. Die Lösung: Einführung einer Wahrheitsberechnung, wie es im Kreditkarten-Bereich bereits der Fall ist.

Pascal Fantou SEO Day 2013

Den Abschluss des mit interessanten und spannenden Vorträgen vollgepackten Tages bildete schließlich das Superpanel, bei dem man Fragen, zum Beispiel zu eigenen Projekten, an die versammelten SEO-Experten stellen durfte. Per Smartphone wurde dann der beste Speaker des SEO Days 2013 gewählt. Bezeichnenderweise machte ein Anwalt, Christian Solmecke, das Rennen. Er hatte sich in seinem Vortrag  – basierend auf einem Urteil des LG Amberg – mit der Frage beschäftigt, ob Suchmaschinenoptimierer ihren Kunden einen konkreten Erfolg schulden. SEO und Recht: Interessierte sich bis vor wenigen Jahren eigentlich kaum jemand für die rechtlichen Folgen der Suchmaschinenoptimierung, haben Panda, Pinguin und die Folgen für dieses Thema doch sensibilisiert. Auch ein „SEOKanzler“ konnte übrigens ab 18.00 Uhr verkündet werden: Es war Nicolas Sacotte.

Was wäre ein SEO Day ohne Party? Genau, deshalb wurde nach dem Abendessen noch standesgemäß bis tief in die Nacht auf der offiziellen After-Party im Club „51“ gefeiert.